Erfolg in wirtschaftlich schwierigen Zeiten?
Wenn man den Prognosen der Experten glauben darf, wird auch das Jahr 2026 alles andere als einfach werden. Auch in diesem Jahr soll in der österreichischen Wirtschaft weiterhin nur moderates Wachstum möglich sein. Die seit Jahren anhaltende Stagnations- bzw. Rezessionsphase mit schwachem Wachstum und erhöhter Unsicherheit scheint sich fortzusetzen. Nahezu unkalkulierbar dürften darüber hinaus die Auswirkungen der zunehmenden weltweiten politischen Instabilität auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung und die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, insbesondere für exportorientierte Unternehmen, sein. Viel zu viele politische Problemlagen wie Venezuela, Ukraine, Gaza, Iran oder Grönland haben das Zeug dazu, die Weltwirtschaft durcheinander zu bringen. Was bedeutet das für das Credit- und Forderungsmanagement in den österreichischen Unternehmen.
Take a closer look!
Auf das, was weltweit in der Politik passieren wird, haben die Credit- und Forderungsmanager wohl kaum einen erkennbaren Einfluss. Lediglich die eigenen wirtschaftlichen Gegebenheiten und die eignen Geschäftsbeziehungen können wirksam beeinflusst werden. Daher sollten sich die Credit- und Forderungsmanager auf das konzentrieren, was sie tatsächlich entscheiden und verändern können.
Creditmanager sind es durchaus gewohnt, sich mit Risiken zu befassen. Daher gilt es auch weiterhin, fachlich kompetent seine Aufgaben zu bewältigen. Vielleicht ist aber ratsamer, etwas genauer hinzuschauen als in „guten Zeiten“. Vielleicht ist es sinnvoll, sich noch einer zusätzlichen Informationsquelle zu bedienen, um eine mögliches Ausfallrisikozuverlässiger einschätzen zu können. Vielleicht ist es notwendig, das eine oder andere Geschäft etwas besser abzusichern. Und vielleicht sollten die Anstrengungen die eigene Liquidität zu stärken noch weiter erhöht werden.
Ausreichende Liquidität sichert das Überleben!
Stagnierende Umsätze, Forderungsausfälle, verlängerte Zahlungsziele und verspätet Kundenzahlungen belasten die eigene Liquidität ebenso wie überproportional steigende Kosten. Unternehmen mit sehr geringen Liquiditätsreserven geraten unter solchen Bedingungen sehr schnell in Zahlungsschwierigkeiten. Leider ist es gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch besonders schwierig (und teuer) Kredite zu erhalten. Unternehmen geraten so mehr und mehr in eine Zwickmühle.
Um diese zu vermeiden ist es sehr wichtig, alle internen Möglichkeiten zu nutzen, die Liquidität zu stabilisieren oder zu erhöhen. Neben dem Credit- und Forderungsmanagement ist ein gut funktionierendes Woking Capital Management dafür das A und O.
Beim Working Capital Management wird angestrebt, das Nettoumlaufvermögen eines Unternehmens so effizient wie möglich zu gestalten. Das Unternehmen soll in die Lage versetzt werden, jederzeit seine kurzfristigen Verbindlichkeiten pünktlich und fristgerecht zu erfüllen. Außerdem soll verhindert werden, dass unnötig viel Kapital im Umlaufvermögen gebunden wird. Das sogenannte Working Capital (Nettoumlaufvermögen) gibt Auskunft über die kurzfristige finanzielle Resilienz sowie die betriebliche Effizienz eines Unternehmens. Working Capital ist definiert als Differenz zwischen den kurzfristigen Vermögenswerten (dem Umlaufvermögen, also vor allem Bargeld, Bankguthaben und Forderungen) und den kurzfristig fälligen Verbindlichkeiten.
Ansatzpunkte für die Verbesserung des Working Capital Managements sind demnach nicht nur die Forderungen, sondern auch die Bestände und die Verbindlichkeiten. Im originären Betätigungsfeld der Credit- und Forderungsmager gilt es, alle potenziellen Ansätze zur Liquiditätsverbesserung zu nutzen. Dazu gehört es auch, was leider oft zu selten getan wird, die Prozesse des Credit- und Forderungsmanagements zu prüfen und zu optimieren. Gerade in diesem Gestaltungsbereich hat sich in den letzten Jahren extrem viel verändert. Die Möglichkeiten, die uns die Technik mittlerweile bietet, sind enorm.
Manchmal sollte man mit der Wurst nach dem Schinken werfen!
Unternehmen zeigen häufiger die Tendenz, zur Liquiditätssicherung möglichst viele Investitionen zu verschieben. Klar ist es sinnvoll, die Ausgaben möglichst gering zu halten. Manchmal ist es aber ratsam, Investitionen trotzdem in überschaubarem Rahmen zu tätigen, um die Kostensituation dauerhaft zu verbessern. Das ist gegenwärtig im Forderungsmanagement z.B. bei der IT-Unterstützung und der Weiterbildung der Mitarbeiter überlegenswert. Denn die Summe der durch die Investition erzielbaren Kostenvorteile, wird die mit der Investition verbundenen Mittelabflüsse mittelfristig deutlich übersteigen.
Wer gegenwärtig noch eine ausreichende Liquidität besitzt, kann es sich leisten in verbessert IT und in Mitarbeiterqualifikationen zu investieren. Wer keine ausreichende Liquidität mehr besitzt, kann es sich nicht leisten, es nicht zu tun!

