„Unternehmensinsolvenzen steigen weiter: 19 Fälle pro Tag“ Aber: „Die Hälfte der Wirtschaft ist Psychologie.“

Der KSV 1870 berichtet in Expertenwissen Vol. 12/2025, dass laut aktueller KSV1870 Hochrechnung im Jahr 2025 in Österreich 6.857 Unternehmen (+ 4,1 %) Insolvenz anmelden mussten. Hinzu kommt eine hohe Zahl nicht eröffneter Insolvenzverfahren. Für 2026 erwartet der KSV 1870 keine Abflachung dieser Kurve. Man erwartet ein ähnlich hohes Insolvenzaufkommen wie in diesem Jahr.

Optimismus ist gefragt

Getreu der Aussage „Die Hälfte der Wirtschaft ist Psychologie“ (dieser Satz wird dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Ludwig Erhard zugeschrieben), ist es ratsam auch einmal die positiven Informationen im Bericht des KSV 1870 zu betonen. Denn gerade für Credit- und Forderungsmanager ist es wichtig, auch optimistisch in Geschäftsbeziehungen zu gehen. Weil es letztlich keine zu einhundert Prozent sicheren Geschäfte gibt.

Wenn geschrieben wird, dass in diesem Jahr in Österreich ein ähnlich hohes Insolvenzaufkommen erwartet wird, wie in 2025, dann ist der positive Teil der Nachricht, dass zumindest keine weitere Steigerung erwartet wird. Außerdem wird berichtet, dass die vorläufigen Passiva im Vergleich zu 2024 um 55,8 Prozent auf circa 8,38 Mrd. Euro in 2025 gesunken sind. Die Schäden für die die Insolvenzgläubiger sind damit ganz erheblich gesunken. Da die Zahl der Gläubiger um 8,2 Prozent gestiegen ist (das ist an sich nicht positiv zu bewerten), reduziert sich der Schaden, den einzelne Gläubiger (rechnerisch) verkraften müssen weitergehend. Möglicherweise verhindert das, dass Gläubiger aufgrund von Kundeninsolvenzen selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

Darüber hinaus sind auch 27,7 Prozent weniger Arbeitnehmer von diesen Firmeninsolvenzen betroffen. Das bedeutet, dass die Auswirkungen auf den privaten Konsum, auf die Nachfrage der Verbraucher, wahrscheinlich nicht so groß sein werden wie im Jahr 2025.

Und last but not least, berichtet der KSV 1870, dass es 2025 eine hohe Zahl an Unternehmens-Neugründungen gegeben hat.

Hope for the best and prepare for the worst!

Obwohl die Lage der österreichischen Unternehmen seit einigen Jahren wahrlich nicht rosig ist, gibt es zarte Anzeichen, dass es nicht unbedingt so weiter gehen muss. Credit- und Forderungsmanager werden 2026 mehr denn je gefordert sein, Chancen zu erkennen, gute Geschäfte zu ermöglichen und Risiken weit möglichst zu managen. Doch bei allem Optimismus dürfen sie am Ende nicht vergessen, dass Unternehmen manchmal auch von den Geschäften leben, die sie nicht machen. In diesem Sinne: Viel Erfolg 2026!